Moshe Zuckermann
14h00 Workshop 2. September 1999
Gedenken in Israel
Die israelische Gedenkkultur, die ueber Jahrzehnte von der staatstragenden Ideologie des Zionismus geprägt wurde, fragmentiert und parzelliert sich in den letzten Jahren zunehmend. Dies gilt sowohl fuer die Holocaust-Gedenkkultur als auch für das Andenken an die gefallenen Soldaten. Dabei lassen erste Risse in der Kittfunktion, die die zionistische Ideologie über die Jahre erfüllte, die lange Zeit verdeckten Konflikte, Widersprüche und Schründe der israelischen Gesellschaft hochschießen.
Moshe Zuckermann, 1949 in Tel-Aviv geboren. Lebte zwischen 1960-70 in Frankfurt/M. 1970 Rückkehr nach Israel. Studium der Soziologie, Politologie und Geschichte. 1987 Promotion über “Die Rezeption der Franzoesischen Revolution in der deutschen Geschichtsschreibung des Vormaerz”. Lehrt seit 1990 am Cohn Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas an der Universitaet Tel-Aviv. Schwerpunkte in Forschung und Lehre: Geschichte und Philosophie der Sozial- und Kulturwissenschaften; Geschichte und Philosophie der Frankfurter Schule; Ästhetische Theorie, Kunst- und Musiksoziologie; der Holocaust in den politischen Kultu- ren Israels und Deutschlands.

Buchveröffentlichungen, Deutsch
1. Das Trauma des “Königsmordes”. Französische Revolution und deutsche Geschichts- schreibung im Vormärz, Frankfurt/M 1989
2. Zweierlei Holocaust. Der Holocaust in den politischen Kulturen Israels und Deutsch- lands, Göttingen 1998
3. Gedenken und Kulturindustrie. Ein Essay über die neue deutsche Normalität, Frankfurt/M 1999


Hebräisch
1. Historians and the French Revolution, Tel-Aviv 1990
2. Shoah in the Sealed Room. The “Holocaust” in Israeli Press During the Gulf War, Tel-Aviv 1993
3. Music and Other Matters, Jerusalem - Tel-Aviv 1994
4. Topics in Sociology of Art, Tel-Aviv 1996