Die Lebendigkeit der Geschichte The Presence of the Absence
Presseinformation
Die dreitägige internationale Konferenz „Die Lebendigkeit der Geschichte“, die vom 1. bis 3. September 1999 in Räumlichkeiten der Wiener Universität stattfinden wird, befaßt sich mit der nachträglichen Wirksamkeit des Nationalsozialismus und des Holocaust vor allem auf die zweite und dritte Generation.
Ziel ist es, den Dialog zwischen Opfern, Tätern, Mitläufern, Zuschauern und Helfern sowie deren Nachkommen zu intensivieren und eine Bestandsaufnahme dessen, was bereits geschah und was noch geschehen sollte, zu versuchen.
Die ersten beiden Tage der Konferenz sind den gesellschaftspolitischen und künstlerischen Umgangsformen mit dem NS-Erbe gewidmet. Der dritte Tag wird sich mit familienbiographischen Aspekten sowie der Frage der Tradierung der Erinnerung an die Generationen der Nachgeborenen befassen.

Veranstaltet wird die Konferenz gemeinsam vom „Second Generation Trust“ London, dem „Institut für vergleichende Geschichtswissenschaften“ Berlin und den Wiener Vereinen „ARCHE – Plattform für interkulturelle Projekte“ und dem „Verein zur Erforschung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen und ihrer Aufarbeitung“.

Dem Konferenzort Wien wird insofern Rechnung getragen, als der österreich-spezifische Kontext den Ausgangspunkt der Diskussionen bildet, die aber auch Deutschland sowie Israel, Holland, Rußland, Ungarn, England und die USA thematisieren werden.
Von österreichischer Seite werden zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie der Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr Caspar Einem oder Max Kothbauer, Vorstandsvorsitzender der Postsparkasse, Stellung beziehen. Die erste Generation vertreten der aus Österreich vertriebene Historiker Peter Pulzer und Moshe Jahoda von der Claims Conference. Das Gros der ReferentInnen und DiskutantInnen stellen VertreterInnen der zweiten Generation aus verschiedenen Ländern und unterschiedlichsten Bereichen von Wissenschaft, Kunst und Kultur.
Bislang liegen Anmeldungen von TeilnehmerInnen aus allen Kontinenten, darunter Rußland, Neuseeland und Ruanda vor.
Thema des ersten Tages ist die Frage nach der Entstehung und Gültigkeit von Identitätskonzepten nach 1945. Neben Vorträgen zu diesen Entwicklungen in Deutschland und Österreich werden Angehörige der verschiedenen Generationen und Gruppen Aspekte des kollektiven und individuellen Selbstverständnisses diskutieren. Am Nachmittag haben die TeilnehmerInnen Gelegenheit, in Workshops, die von internationalen KünstlerInnen geleitet werden, Identitätskonzepte kreativ zu erarbeiten und zu untersuchen.
Die Vorträge, Diskussionen und Workshops des zweiten Tages befassen sich mit der justiziellen Verfolgung von (Neo)Nazis sowie dem sich wandelnden gesellschaftlichen Umfeld. Weitere Vorträge und Workshops beleuchten den wirtschaftlichen Nutzen der NS-Politik für die Tätergesellschaft, die Reaktionen auf Entschädigungsforderungen von Opfern sowie die Frage, wie die Generation der Nachgeborenen mit der ererbten Verantwortung zur Lösung dieser Probleme umgeht.
Die Vorträge des dritten Tags der Konferenz sind der intergenerationellen Tradierung der Erinnerung gewidmet. Die Workshops führen verschiedene Formen und Projekte der Erinnerungsarbeit und der Bekämpfung von Vorurteilen vor. Die Begegnung von Opfern, Tätern und deren Nachkommen, die offene Diskussion und die Vermittlung von fundierter Information, wie sie auf dieser Tagung erfolgen, sollen ebenfalls einen Beitrag dazu leisten.
Anmeldungen für TeilnehmerInnen der Konferenz an

Arche – Plattform für interkulturelle Projekte
Senefelderg. 39/28
A - 1100 Wien
Tel ++43-1-606 72 16 Fax ++43-1-603 91 75
E-mail arche@arche.or.at
http://www.arche.or.at/arche/conf

Nähere Presseinformationen erhalten Sie bei

Dr. Eleonore Lappin
Verein zur Erforschung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen und ihrer Aufarbeitung
Tel & Fax ++43-1-587 17 96
Email arche@arche.or.at
Mariahilferstr. 49/1/24
A-1060 Wien

Die Lebendigkeit der Geschichte wird unterstützt von

Europäische Kommission
BM für Wissenschaft & Verkehr
Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus
Austrian Airlines
Österreichische Postsparkasse
BM für Auswärtige Angelegenheiten
Stadt Wien – Abteilung für Stadtplanung & Stadtentwicklung
BM für Unterricht & kulturelle Angelegenheiten
BM für Inneres
BM für Umwelt, Jugend & Familie
Niederösterreichisches Kulturforum

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