15h30 Projektpräsentation 3. September 1999
| Das Schweigen zum Sprechen bringen |
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| Am Beginn der neunziger Jahre wurde die Diskussion um die psychischen Verarbeitungsweisen von traumatisch erfahrener Geschichte erneut aufgegriffen, und um die Frage der Auswirkungen des Nationalsozialismus auf die folgenden Generationen erweitert. Zentrales Moment dieser Generationengeschichte ist, daß nach dem Ende des 'Dritten Reiches' in fast allen österreichischen Familien über das 'Mitmachen' geschwiegen wurde. Auf diese Weise wurde ein Tabu errichtet, welches zu einem zentralen Bindeglied zwischen den Generationen wurde. Konkret erfahrene Geschichte repräsentierte sich in diesem familiären Schweigen als nichts Konkretes, trotzdem wurde dieses Abwesende von den Kindern als massiv anwesend erfahren. Wie schwierig es sein kann, dieses familiäre Schweigen zum Sprechen zu bringen, soll anhand eines - im Rahmen der 'Wehrmachtsausstellung' - durchgeführten Forschungsprojektes dargestellt werden. |
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| Dr. Doris Gödl, Psychoanalytikerin in freier Praxis und Sozialwissenschaftlerin in Salzburg. Ausgewählte Forschungsschwerpunkte: Täterschaft von Frauen während des Nationalsozialismus, transgenerationelle Identifizierungen in der 'zweiten und dritten Generation'. Darüber hinaus arbeitet sie - ausgehend von ihrer Arbeit mit kriegstraumatisierten Frauen im ehemaligen Jugoslawien - zu individuellen Verarbeitungweisen von politischer Traumatisierung, Flucht und Exil. |