| Dr.phil. Micha Brumlik, Dipl.Päd., ist Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Heidelberg und war während des SS 1997 und des WS 1997/98 Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut des Landes Nordrhein-Westfalen. Nach einem Studium der Philosophie und Erziehungswissenschaft an der Hebräischen Universität Jerusalem und der Johann Wolfgang Goethe Universität, wo er 1973 das Diplom in Pädagogik erwarb, promovierte er 1977 mit einer Dissertation über Kants Kritik der Urteilskraft im Fach Philosophie. Nach Assistentenjahren in Göttingen und Mainz wirkte Brumlik von 1978 bis 1981 an der Universität Hamburg als Professor für Devianzpädagogik und lehrt seit dem WS 1981/82 an der Universität Heidelberg Erziehungswissenschaft. Brumlik, der gegenwärtig ein auf vier Jahre ausgelegtes Projekt der DFG zur moralischen Sozialisation im Strafvollzug leitet, hat sich in seinen Forschungen vor allem mit der Theorie der Sozialisation sowie mit erziehungs- und religionsphilosophischen Fragen auseinandergesetzt. Auch ist er als politischer Publizist mit einer sozialphilosophischen Akzentuierung bekannt geworden. Zudem ist er seit 1989 als Stadtverordneter der GRÜNEN in Frankfurt/Main ehrenamtlich tätig. Unter den Publikationen sind der gemeinsam mit Julius Schoeps und anderen entstandene Band Jüdisches Leben in Deutschland nach 1945 (1987) sowie der mit H.Brunkhorst entstandene Band Gemeinschaft und Gerechtigkeit (1993) bekannt geworden. 1998 sind die Sammelbände Mein Israel - 21 erbetene Interventionen sowie Zuhause - keine Heimat - Junge Juden und ihre Zukunft in Deutschland erschienen. Das 1975 mit K.Mollenhauer und H.Wudtke verfaßte Buch Die Familienerziehung hat erstmals in der deutschen Erziehungswissenschaft Sozialisationstheorie und Pädagogik systematisch miteinander verbunden. Alleine hat Brumlik neben einer Fülle von Aufsätzen folgende Bücher publiziert: Der symbolische Interaktionismus und seine pädagogische Bedeutung (1975); Der Anti-Alt (1991); Weltrisiko Naher Osten (1991) Die Gnostiker (1992/1995); Advokatorische Ethik (1992); C.G.Jung - Zur Einführung (1993); Schrift, Wort und Ikone - Wege aus dem Bilderverbot (1994); Gerechtigkeit zwischen den Generationen (1995/97) sowie der biographische Essay Kein Weg als Deutscher und Jude (1996). Im Herbst 1997 ist der kulturtheoretische Versuch Der Vorhang fällt - Kultur in Zeiten leerer Kassen erschienen. Gegenwärtig arbeitet Brumlik an Grundlagenproblemen der Theorie moralischer Urteilsbildung unter entwicklungspsychologischen Gesichtspunkten sowie an einer größeren religionsphilosophischen Arbeit über die Haltung der Philosophie des Deutschen Idealismus zum Judentum. |